Grimma

Grimma

Lage und Landschaft

Die große Keisstadt Grimma liegt südöstlich von Leipzig im Flusstal der Mulde, dem viertgrößten, trotzdem nicht schiffbaren Nebenfluss der Elbe. Hier wohnen ca. 28.000 Einwohner auf einer Fläche von 217 km². Mit ihren 64 Ortschaften breitet sich die Stadt im Norden des sächsischen Platten- und Hügellandes aus und ist die viertgrößte Stadt im Bundesland Sachsen.

Landschaftlich gesehen liegt Grimma in einem relativ flachen, dennoch welligen Gelände, mit Höhen zwischen 120 und 140 m. Vereinzelt trifft man auf kleinere „Berge“, die eine Höhe von 180 m erreichen. Der fruchtbare Lössböden, eine Hinterlassenschaft der vergangenen Eiszeiten, wird landwirtschaftlich genutzt, in den Waldgebieten gedeihen Buchen und Eichen. Im Grimmaer Mulde-Durchbruchtal finden sich ausgedehnte Edellaubwälder.

Geschichte

Im Jahre 1200 wird Grimma erstmals urkundlich erwähnt. Doch bereits 30 Jahre vorher legte Otto der Reiche an der Mulde den Grundstein für eine Stadt und errichtete sich ein Schloss, auf dem Markgrafen und Kurfürsten ein- und ausgingen. Hier stand auch die Wiege des Stammvaters des sächsischen Königshauses. Über Jahre hinweg entwickelte sich Grimma zu einem wichtigen Wirtschaftszentrum.

Im 15. Jahrhundert war Grimma Veranstaltungsort für mehrere Landtage, 1458 gründete Friedrich der Sanftmütige hier die Leipziger Neujahrsmesse. Im 16. Jahrhundert beendete der „Grimmaische Machtspruch“ langjährige Streitigkeiten zwischen sächsischen Herrscherlinien. Ein dunkles Kapitel in der Grimmaischen Geschichtsschreibung sind die Hexenverfolgungen während der Jahre 1494 und 1701.

Dreihundert Jahre später folgte für Grimma ein weiterer Schicksalsschlag. Die verheerende Hochwasserflut 2002 zerstörte oder beschädigte etwa 700 Häuser, verwüstete Brücken und Straßen. Mit vereinten Kräften wurden alle Schäden beseitigt und Pläne für den zukünftigen Schutz der Stadt ausgearbeitet.

Bekannte Söhne und Töchter der Stadt sind zum Beispiel Katharina von Sachsen, Karl-Heinz Gerstenberg aus dem sächsischen Landtag, die Fernsehmoderatorin Carmen Nebel sowie die Fußballer Matthias Lindner und Thorsten Kracht.

Wirtschaft

Wie die meisten größeren Städte hat auch Grimma Probleme, seinen wirtschaftlichen Status zu erhalten und weiter zu entwickeln. Um die Stadt für Einwohner und Gewerbetreibende weiterhin attraktiv zu gestalten, müssen langfristig Gewerbeflächen erweitert bzw. neue Flächen gewonnen werden, denn die Reserven in den sieben bereits vorhandenen Gewerbegebieten sind mittlerweile beinahe ausgeschöpft. In diesen, verkehrstechnisch gut angebundenen Gewerbegebieten, sind die verschiedensten Branchen, unter anderem produzierendes Gewerbe, soziale Einrichtungen, Dienstleistungsbetriebe, Handelsunternehmen und Unternehmen aus dem Sport- und Freizeitbereich in einer ausgewogenen Mischung angesiedelt.

Rathaus Grimma

Sehenswürdigkeiten und Kultur

Als alte, gewachsene Stadt hat Grimma natürlich eine historische Altstadt, direkt am Ufer der Mulde. Viele Sehenswürdigkeiten aus den verschiedenen Jahrhunderten sind erhalten und machen einen Spaziergang durch die alten Gassen lohnenswert. Nach Leipzig besitzt Grimma die größte erhaltene Altstadt in Westsachsen.

Zu den schönsten Sehenswürdigkeiten zählt unter anderem die alte Muldebrücke. Sie stammt aus dem beginnenden 18. Jahrhundert und wurde nach der Zerstörung durch das Hochwasser im Jahr 2002 wieder aufgebaut. Die Hängebrücke über die Mulde wurde 1925 erbaut und ist Sachsens längste Tragseilbrücke. Mittelpunkt der historischen Altstadt ist zweifellos das Renasissance-Rathaus. Als besondere Attraktion besitzt es eine noch erhaltene geheime Folterkammer mit geheimem Zugang zum Zimmer des Bürgermeisters.

Im Nordosten der Altstadt, direkt am Muldeufer, liegt die Burg Grimma. Die Elemente der ursprünglichen Wasserburg sind heute nur noch zum Teil erhalten. Der Burggraben wurde bereits in der Vergangenheit zugeschüttet. Dennoch sind verschiedene Gebäude gut erhalten und für Besucher zugänglich.

Südlich von Grimma lädt die Ruine des ehemaligen Zisterzienserklosters Nimbschen zu einem Besuch ein. Hier lebte Katharina von Bora, die spätere Frau Martin Luthers.