Colditz

Colditz

Mit einer Fläche von 33,5 Quadratkilometern und 5.200 Einwohnern ist die Stadt Colditz eine Kleinstadt mit historischer Geschichte. Sie liegt zentral in den drei sächsischen Metropolen Dresden, Leipzig und Chemnitz. Bekannt wurde die Stadt durch das Schloss Colditz.

Lage und Landschaft

Colditz ist eine Stadt im Bundesland Sachsen und liegt im Landkreis Leipzig auf beiden Seiten der Zwickauer Mulde. Die Freiberger und die Zwickauer Mulde vereinigen sich im Ortsteil Sermuth. Das historische Stadtzentrum von Colditz befindet sich auf der rechten Uferseite. Die Stadt besteht aus 25 Ortsteilen und grenzt an den Gemeinden Bad Lausick, Grimma, Geringswalde, Hartha, Leisnig, Königsfeld und Zettlitz. Durch ihre Lage an einem Landschaftsschutzgebiet gehören eine Flusslandschaft, Auentäler, ein Waldgebiet und Erhöhungen zu Colditz.

Stadt Colditz

Geschichte

Als Burgwardbezirk tauchte die Region Colditz zum ersten Mal im Jahr 1046 unter der damaligen Ortsbezeichnung „Cholidistcha“ in einer Urkunde auf. Als Stadt wurde Colditz jedoch erst später im Jahre 1265 bekannt. Die erste Kaufmannssiedlung entstand etwa im 12. Jahrhundert. Ein Großbrand zerstörte die Stadt im Jahr 1504 zu großen Teilen. Mit dem Wiederaufbau wurde zeitgleich die Burg Colditz zum Schloss Colditz umgebaut.

Im 16. Jahrhundert entwickelte sich das Tuchmacher- und Leineweberhandwerk. Im Jahr 1750 wurde Colditz abermals von einem Stadtbrand heimgesucht. Dabei wurden 130 Gebäude zerstört. In der Colditzer Steingutfabrik Thomsberger & Hermann wurde im Jahr 1804 erstmals Ton verarbeitet.

Aus dem Schloss entstand 1829 eine Anstalt in der grundlegend psychisch Kranke versorgt wurden. Eine psychiatrische Klinik entstand später im Jahr 1868 im Ortsteil Zschadraß. Diese galt über einen langen Zeitraum als eine der bedeutungsvollsten und wichtigsten Facheinrichtungen Sachsens.

Das Renaissance-Schloss wurde zwischen den Jahren 1933 und 1934 zum Konzentrationslager, in dem etwa 600 Gegner des Nationalsozialismus von der paramilitärischen Kampforganisation festgehalten der Nationalsozialistischen Deutschen Arbeiterpartei festgehalten wurden. Im Zweiten Weltkrieg wurde das Schloss zum Kriegsgefangenenlager für alliierte Offiziere. Dadurch wurde es international bekannt.

Schloss Colditz mit Mulde

Wirtschaft

Die heutige Anona-Nährmittel C.L. Schlobach GmbH mit über 200 Mitarbeitern entstand aus der im Jahr 1826 von Carl Ludwig Schlobach gegründeten Getreidemühle. Von 1947 bis 1996 befand sich im Schloss ein Krankenhaus, welches mit 400 Betten eine Grundversorgung sicherte. Heute bestimmen mittelständische Betriebe die Wirtschaft in Colditz. Dazu gehören Hotels, Pensionen, Reisebüros, Autohäuser, Werkstätte sowie die Wirtschaftsbereiche Bereiche Dienstleistung, Gesundheitswesen, Sport & Freizeit.

Sehenswürdigkeiten und Kultur

Eine der bedeutsamsten Sehenswürdigkeiten ist das Schloss Colditz. Es wurde unter dem Kurfürsten August von Sachsen im Stil der Renaissance zum Jagdschloss umgebaut. Im 19. Jahrhundert wurde aus dem Schloss zeitweise zum Armenhaus. Damit verlor es an Bedeutung. Vom Armenhaus wurde das Schloss später zur Nervenheilanstalt und schließlich zum sogenannten „Schutzhaftlager“ für politische Gegner.

Seinen internationalen Bekanntheitsgrad erlangte das Schloss als Kriegsgefangenenlager, in dem unter anderem Winston Churchills Neffe Giles Romilly unter Arrest war.

Weitere frühgeschichtliche Bauwerke aus der Antike und dem Mittelalter versetzen den Besucher auf eine Reise in die Vergangenheit. Dazu gehören der Marktplatz mit dem Renaissance-Rathaus und die Stadtkirche St. Egidien.

Zahlreiche kulturelle Veranstaltungen und Ausstellungen veranschaulichen, dass Kultur ein wichtiger Bestandteil von Colditz ist. Die Veranstaltungen reichen von aktuellen Festspielen, Kulturfestivals, Theatervorstellungen bis hin zu Ballet- und Opernvorführungen.